TTV Lübbecke e.V.

Historie

Ein Blick zurück...von Karl-Friedrich Werneburg

Um das Jahr Null des Tischtennissportes in Lübbecke zu finden, muss man bis in die Nachkriegszeit des Jahres 1945 zurückgehen.
Die um ihre Jugend betrogenen Kriegsteilnehmer kehrten nach und nach aus der Gefangenschaft zurück zu ihren Familien, in eine Heimat, die sich für alle dramatisch verändert hatte. Es gab kaum etwas zu knabbern und zu beißen, und an Arbeit war für viele auch noch nicht zu denken. Hier in Lübbecke war der Krieg noch verhältnismäßig glimpflich ausgegangen. Es gab kaum Schäden durch Luftangriffe und Kampfhandlungen aus den letzten Tagen des Krieges, der im Mai 1945 gottlob zu Ende gegangen war.

Langsam begann sich das Leben wieder zu normalisieren. Betroffen war die Stadt Lübbecke und ein großer Teil der Einwohner jedoch von dem Umstand, dass die damalige britische Besatzungsmacht für die Unterbringung und Einrichtung der Verwaltung für die britische Zone in Deutschland fast 1/3 des damaligen Stadtgebietes beschlagnahmt und mit Stacheldraht eingezäunt hatte. Da auch noch viele "Evakuierte" des Luftkrieges in Lübbecke untergebracht waren, hatte man z.T. katastrophale Wohnverhältnisse. Für die Kinder begann die Schule erst wieder nach fast einem halben Jahr im Herbst 1945. Es gab noch eine abendliche Ausgangssperre ab 22.00 bis um 6.00 Uhr, die das öffentliche Leben nachhaltig behinderte.

Das war die Situation, als Mitglieder des LTC (Lübbecker Tennis-Club) die Möglichkeiten überdachten, einen Neubeginn des Vereinslebens und auch die Wiederaufnahme des Sportbetriebes in Angriff zu nehmen. Da die vereinseigenen Tennisplätze an der Wartturmstraße ebenfalls von den Engländern beschlagnahmt waren, begann man im Hinterzimmer der Gaststätte "Ratsschänke" am Markt, zweimal in der Woche auf einem großen verlängerten Esstisch Tischtennis zu spielen. Das war natürlich sehr beengt und so wurde das Lokal gewechselt. Man traf sich dann auf "Horsts Höhe" in der Gaststätte Sölter. Damit verbunden war natürlich der Hin- und Rückweg zu Fuß. Ein Auto hatte ja niemand.

So erging es in ähnlicher Form auch den anderen Sportvereinen der Stadt Lübbecke. Für den Sport nutzbare Turnhallen standen nicht zur Verfügung. Trotz dieser Umstände kam aber bald ein geregelter Spielbetrieb in Gang und auch beim FC Lübbecke etablierte sich eine Tischtennis-Abteilung, die ihren Spielbetrieb im Saal der Gaststätte “Zum Amtsgericht” (heute Pizzeria da Silvio) aufnahm. Der LTC war inzwischen von “Horsts Höhe” in die Gaststätte “Altdeutsche Bierstube” an der Lange Straße (heute Ceka) umgezogen. Dort hatte ich im Januar 1947 mit einigen Freunden das erste Mal einen Tischtennisschläger in der Hand. In jeder freien Minute wurde nun auch zu Hause auf einer “Behelfsplatte” gespielt.

Sportmaterial war natürlich Mangelware. Für die Beschaffung von Bällen musste in “Zigarren- Währung” bezahlt werden. Da die Qualität der Bälle aber mit dem heutigen Standard nicht zu vergleichen war, wurden sie anschließend gesammelt und mit Aceton wieder geflickt. So wurde u.a. mit der Jugendmannschaft des LTC an den Meisterschafts-Spielen des Kreises Lübbecke 1947 teilgenommen sowie auch an den erstmals 1949 nach dem Kriege durchgeführten Kreiseinzelmeisterschaften, die in Rahden stattfanden.

Leider ließ das Interesse am TT-Sport Anfang der 50er Jahre im gesamten Kreisgebiet stark nach. Es spielten nur noch die Vereine Rahden, Tengern und Lübbecke. So wurden auch die Kreis- Mannschaftsmeisterschaften nicht zu Ende geführt. Die Mannschaft nahm außer Konkurrenz an den Meisterschaften des Kreises Herford teil.

Als die Tennisplätze des LTC im Jahre 1950 nach der Beschlagnahme wieder zur Verfügung standen, war die Existenz der Tischtennis-Jugend-Mannschaft gefährdet, weil der finanzielle Aufwand durch die Anmietung eines Spiellokales zu groß war. Zu dieser Zeit wurden die Spiele im Saal der Gastwirtschaft Hein, Lübbecke, Osnabrücker Straße, ausgetragen.

Die Tischtennisspieler des FC Lübbecke im Saale der Gaststätte “Zum Amtsgericht” hatten ähnliche Probleme. So entstand dann der Plan, einen eigenen, selbstständigen Tischtennisverein zu gründen. Dieses wurde vom damaligen Schriftführer des LTC, Herrn Hellmut Werneburg (Bruder meines Vaters) und auch vom Tennisobmann Gerhard Müller (Bruder meiner Mutter) tatkräftig unterstützt. Sie erreichten auf einer außerordentlichen Mitglieder-Versammlung des LTC, dass dem in Gründung befindlichen TTV Lübbecke die vorhandenen Tischtennis-Platten und alles Material kostenlos überlassen wurden. Außerdem erhielt der junge Verein noch eine finanzielle Starthilfe. So wurde dann der TTV Lübbecke im April 1959 in Anwesenheit von etwa 15–20 aktiven Spielern des TuSundderTT-AbteilungdesLTCaus derTaufegehobenundindasVereinsregistereingetragen.

Der erste gewählte Vorstand bestand aus folgenden Mitgliedern:
1. Vorsitzender: Karl-Friedrich Werneburg Rolf Hanke
Schriftführer und stellv. Vorsitzender: Kassenwart: Wilfried Detering
Sportwart: Horst Mattern
Jugend- und Sozialwart: Heinz Vieker
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